Deep Descent: Adventure and Death Diving the "Andrea Doria" ist geschrieben von Kevin F. McMurray. Der Autor hat das Wrack des 1956 vor New York gesunkenen italienischen Luxusliners selber mehrfach betaucht. In seinem Buch beschreibt er zunächst das Schiff und wie es zu seinem Untergang kam, bei dem 51 Menschen ums Leben kamen.
Dann geht er detailliert auf sein "zweites Leben" als Zielobjekt für Wracktaucher ein. Weit vor der Küste in Wassertiefen jenseits der Sporttauchergrenze gelegen, sind es zunächst nur wenige Eingeschworene, die sich an den sogenannten "Mount Everest" der Wracktaucherei wagen. Hauptsächliches Ziel dieser Unverfrorenen: das Sammeln von Artefakten.
Aufgrund der Tiefe und den sonstigen schwierigen Umständen im offenen Atlantik (Wellengang, Kälte, Strömung, Sicht) kam und kommt es an der Andrea Doria immer wieder zu tödlichen Tauchunfällen. McMurray versucht in seinem Buch möglichst viele Fakten zu den einzelnen Unfällen zusammenzutragen und auch die Person, die hinter den Opfern gestanden hat, ein wenig zu beleuchten. Im Zentrum dieser Berichte stehen die beiden Tauchschiffe "Wahoo" und "Seeker", die dem ein oder anderen schon in "Der letzte Tauchgang" oder "Shadow Divers - Im Sog der Tiefe" begegnet sind.
Ich fand das Buch in jedem Fall spannend. Es beschreibt ein Stück Tauchgeschichte und ist dennoch recht aktuell, da die Berichte bis ins Jahr 2000 hineinreichen und somit den Übergang zum Einsatz von Mischgas an der Doria mitberücksichtigen. Eine Diskussion über die Ursachen von Tauchunfällen zu führen, ist sicherlich zwiespältig, der Autor geht aber meines Empfindens nach recht sorgsam und niemals anklagend damit um. Sehr empfindsamen Gemütern könnte das Buch ein wenig drastisch erscheinen, da die Berichte teilweise auch noch mit Bildern der verunglückten Taucher bestückt sind.
P.S. Das Buch gibt es meines Wissens nur in Englisch.